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Evolution durch Kooperation


Schon früh war Dr. Michael Ehrenberger fasziniert von der Schönheit der Natur und den besonderen Fähigkeiten von Pflanzen. Und bereits als junger Arzt war ihm bewußt: Um eine Krankheit zu vermeiden oder zu kurieren braucht es das Zusammenspiel von Natur und Medizin.

Michael Ehrenberger war ein ganz besonderer Mensch, war Vater, Arzt, Helfer und Freund. Er hatte eine außergewöhnliche Verbindung zu allen Menschen, zur Natur, zu Tieren und zum Kosmos. Seine Ansichten, Gedanken und Ideen hat er mit vielen Menschen geteilt, deshalb werden seine Philosophie und sein tiefes Wissen weiter getragen von allen, die mit ihm verbunden waren.

Durch seine Hingabe und Überzeugung hat er Großes geschaffen und konnte sein größtes Anliegen verwirklichen: die Natur den Menschen näherbringen. Als einer der ersten Ganzheitsmediziner Österreichs ist er völlig neue Wege gegangen, war Firmengründer, Forscher und Autor.

Viel zu früh – im Mai 2021 – ging Michael Ehrenberger völlig überraschend von uns. Ich bin dankbar, Michael mehrfach begegnet sein zu dürfen. Im Gedenken an ihn und sein Lebenswerk veröffentlichen ich hier ein Interview, welches ich bereits 2013 mit Michael Ehrenberger führen konnte:

 

Michael Vogt (MV): Ich freue mich, dass wir bei dir sein können, hier im schönen Burgenland, und dass wir Themen diskutieren aus dem Gesundheitsbereich. Du bist Schulmediziner, bist Arzt von der Ausbildung her und hast das auch jahrelang praktiziert. Wie ging es dann weiter oder wie war der Werdegang bei dir?

Michael Ehrenberger (ME):
Ich habe die Ausbildung durchgemacht, ganz klassisch Schulmedizin gelernt, dann die Ausbildung zum praktischen Arzt, dann eine Praxis geführt mit Kassenverträgen, dann ohne Kassenverträge und mich dann auf die Naturmedizin spezialisiert.


 

MV: Du hast in einem Nebensatz gesagt, mit Kassenverträgen und ohne. Du hast also irgendwann das, was wir in der Bundesrepublik die kassenärztliche Zulassung nennen, zurückgegeben?

ME: Genau.

 


 

MV: Was war denn da der Auslöser und der Anlass, dass du gesagt hast, das will ich nicht mehr?

ME: Der wichtigste Punkt war, ich hatte keine Zeit für die Menschen, die zu mir kamen. Ich konnte wirklich nicht mehr sprechen, ich durfte nur mehr vier Minuten, fünf Minuten Zeit haben pro Patienten – das war mir zu wenig. Die zweite Sache ist, ich habe bald gemerkt, dass das Gesundheitssystem doch von einer ziemlich wirtschaftlichen Industrie gesteuert wird, und da wollte ich auch nicht mitmachen. Und ich denke, dass die Naturmedizin hier ganz andere Richtungen gehen kann, und die wollte ich einschlagen.

 


 

MV: Ein Austritt aus der Ärztekammer ist etwas sehr Demonstratives – also du hast schon ein Signal damit setzen wollen?

ME: Das hat länger gedauert. Ich habe lange Zeit gebraucht, diesen Entschluss zu fassen. Ich habe dann gesagt: „Ja, ich möchte gerne aus der Ärztekammer austreten.“ Ohne damit jemanden angreifen zu wollen … In der Ärztekammer zu sein, das war nicht mein Weg.

 


 

MV: Du sagst, die Zeit, die du für deine Patienten hattest, sei zu wenig gewesen. Hat denn bei den Überlegungen auch das Erreichen von Grenzen im Bereich der Schulmedizin eine Rolle gespielt? War es nur die fehlende Zeit zur Patientenbetreuung oder waren es schon die ersten Fragezeichen, was schulmedizinische Ansätze betrifft?

ME: Der eine Punkt ist ganz klar, das war die Zeit. Ich muss, wenn jemand zu mir kommt, chronisch krank ist, wirklich erfahren, was steht im Hintergrund, was für eine Geschichte hat dieser Mensch. Das geht von den ersten Monaten des Lebens bis zu den letzten Wochen, wo die Leute zu mir kommen. Ich wollte gerne Lebensgeschichten hören und dort helfen. Das war mal der erste Punkt und der zweite ist, ich habe ziemlich bald erkannt, dass die Schulmedizin helfen kann, wenn akute Erkrankungen da sind, aber bei chronischen Erkrankungen wenig helfen kann, vor allen Dingen auch, weil das wissenschaftliche Bild, das wir vom Menschen haben, unvollständig ist.

 


 

MV: Du hast den Einfluss, der im Bereich Wirtschaft und Ökonomie auf das Gesundheitswesen herrscht, angesprochen. Wie schlimm, gravierend, beeinträchtigend ist denn dieses Thema für den Menschen? Du sprichst richtiggehend von Korruption …

ME: Das Thema ist riesengroß und es gibt auch von Herrn Seehofer (deutscher Bundesminister für Gesundheit von 1992 bis 1998, Anm. d. R.) ein Interview – ist zu sehen im Internet –, wo er sagt, die Politik kann sich der Pharmaindustrie nicht entziehen. Auch in Österreich hat ein Ex-Minister eine Fabrik gebaut für Generika (Arzneimittelrezepturen, die patentfrei produziert werden dürfen, Anm. d. Red.) und ist sehr gut im Geschäft. Medizin ist zum Geschäft geworden. Der chronisch kranke Mensch ist eine gewisse Melkkuh und wird – ich sag es jetzt ein bisschen böse – herangezüchtet. Fast Food, Softdrinks – wir haben 36 Stück Würfelzucker in einem Softdrink drin … Das heißt, wir haben Typ-2-Diabetiker, die 16, 17 Jahre alt sind. Altersdiabetes! Und niemand traut sich hier etwas zu sagen. Die chronisch kranken Menschen könnten wirklich verhindert werden, wenn eine intelligente Gesundheitspolitik gemacht wird. Hier steuert die Wirtschaft dagegen.

 


 

MV: Wobei das ja schon bei der Ernährung anfängt und dieser Negativ-Pakt entsteht zwischen einer Ernährungsindustrie, die krankmachende Produkte herstellt und PR-mäßig unters Volk bringt, und einer Pharmaindustrie, die dann die herangezüchteten, multimorbiden Patienten ordentlich versorgt. Zu Lasten der Wirtschaft des gesamten Landes und zu Lasten natürlich auch insbesondere der Gesundheit der Menschen.

ME: Das ist klar. Ich möchte nur dazu sagen, es ist ein geringer Prozentsatz. Die meisten meiner Kollegen sind ganz ehrliche Arbeiter, sehen von dem gar nichts. Aber ein geringer Prozentsatz steuert dorthin, dass der chronisch kranke Mensch einfach eine Melkkuh ist.

 


 

MV: Du wirst wahrscheinlich berücksichtigen, dass wir in unseren Ländern unser Bruttosozialprodukt danach rechnen, wie viel Umsätze, wie viel Geschäft gemacht wird. Das heißt, je kränker die Menschen in einem Land sind, desto höher ist das Bruttosozialprodukt. Und da wird dann deutlich, dass es der völlig falsche Denkansatz ist. Ich könnte hier Geld sparen, ich könnte Gesundheit gewinnen, aber ich würde im Bruttosozialprodukt runtergehen. Um Gottes Willen – kein Wachstum, ganz entsetzlich!

ME:
Genau.

 


MV: Jetzt sprichst du aber im Bereich von dem Einfluss der Pharmaindustrie – Stichwort Seehofer, Stichwort Minister, die sich eine goldene Nase über pharmazeutische Produktionen verdienen – von Korruption. Der Begriff ist schon etwas schärfer. Ist es nicht so, dass die Gesundheitspolitik eigentlich gar nicht wirklich den gesunden Menschen will, sondern ihn eher in so einer Schwebe haben will – ein bisschen krank, nicht tot …

ME: Genau. Der Mensch darf nicht ganz gesund sein, da verdient kein Arzt was dran. Er darf nicht tot sein, da verdient auch keiner was dran. Aber das ist nur ein Teil unseres Gesundheitssystems und noch einmal – ich glaube, die Hauptverantwortlichen, viele, viele der Verantwortlichen arbeiten ganz korrekt. Was mir eigentlich noch mehr aufgefallen ist, ist, dass wir ein falsches Bild vom Lebendigen haben. Die erste große Prüfung, die ich (im Medizinstudium; Anm. d. Red.) machen musste, war die Physik, also Physik Rigorosum. Und ich habe nur Physik gelernt, die im 19. Jahrhundert entwickelt wurde, gelehrt wurde. Ich habe nichts gelernt von Quantenphysik, nichts von Einstein, nichts von Heisenberg, nichts von Planck und so weiter. Aber diese Physik, die neue Physik, kann das Lebendige erst erklären. Nicht die alte Physik. Ich sage immer ein klassisches Beispiel: Wie viele Zellen bildet der Körper neu – was denkst du?

 


 

MV: In welchem Zeitraum?
ME: Sagen wir am Tag.

 


 

MV: Millionen.

ME: Zehn Millionen neue Zellen pro Sekunde! Allein zwei Millionen rote Blutkörperchen. Das kann man ausrechnen. Das kannst du mit der klassischen Physik nicht erklären. Zellen kommunizieren über Licht, Lichtquanten. Jede Zelle gibt Licht ab und die Ordnung des Lichtes gibt Auskunft über die Gesundheit der Zelle. Diese Dinge fließen überhaupt nicht in die Medizin mit ein und es ist wirklich an der Zeit, komplett neu zu denken.

 


 

MV: Das heißt, wir haben bei dem, was wir als medizinischen Reparatur-Betrieb im Augenblick haben, ein völlig veraltetes Bild von der Physis und der Physik und der Chemie des Menschen?

ME: Genau. Es gibt in Wien Professor Pietschmann. Ein Professor für Physik, der sagt, er fürchtet, dass die Biologie noch viel, viel umdenken muss, allein wenn du ein Elektron hernimmst, das gibt es physisch nicht. Es gibt eine Elektronenwolke, aber es gibt kein Elektron physisch … Allein was die neue Physik uns sagen würde oder sagen kann – ja, dann müsste die Medizin komplett umdenken.
… Was für mich wichtig ist, wenn der Arzt zum Patienten kommt, mit ihm in Kontakt tritt, ihn angreift, dann ist schon Interaktion da. Man muss den jungen Kollegen sagen, wenn du zum Patienten gehst, hat dein Erscheinen eine Wirkung. Rhythmen werden synchronisiert und so weiter und da gibt es eine Vielzahl von Dingen, die man ins Medizinstudium einbringen muss. Und der alte gute Hausarzt, der weiß das. Der sagt: „Okay, ich gehe zum Patienten hin, ich begreife ihn, ich frage ‚Was fehlt dir?‘, nicht ‚Was hast du?‘, sondern ‚Was fehlt dir – fehlt dir Zuneigung, fehlt dir ein sicherer Arbeitsplatz, hast du Probleme mit Krediten?‘“ und so weiter. Eine Fülle von Problemen, die heutzutage gang und gäbe sind … Gestern hab ich mit jemandem gesprochen, der meinte, ich hab drei Euro und muss noch Miete zahlen. Kann der gesund bleiben? Geht nicht …

 


 


MV: Diese Bedeutung des Arztes im Gespräch mit dem Patienten hat aber auch eine andere Seite. Du sprichst von Kooperation zwischen beiden. Wie ist das zu verstehen?

ME:Das Thema Kooperation ist für mich ganz wichtig. Dieser Sozialdarwinismus, den wir derzeit leben, ist untragbar. Wenn der Arzt zum Patienten geht, dann müssen beide sagen: „Wir arbeiten zusammen.“ Es sollte auch der Patient wirklich bereit sein zu sagen: „Ich stelle mein Leben um“, „Ich stelle dieses/jenes um“, „Ich stell mein Gedankenmuster um“, sonst ist der Arzt auf verlorenem Posten, das muss ganz klar sein. Einerseits sollten sich die Ärzte ein bisschen am Riemen reißen, aber die Patienten genauso.

 


 

MV: Die Einstellung, die man heute ja oft auf der Patientenseite hat, ist: Ich betrete die Arztpraxis und gebe die Verantwortung für meine Gesundheit beim Betreten der Praxis an der Tür, wie den Mantel an der Garderobe, ab. Jetzt bist du der Arzt – mach mal … Und das ist aus der Patientensicht das falsche Bild.

Die Rolle Arzt-Patient im Sinne einer solchen Kooperation ist etwas, was für deine Beratung und auch für die Erfolge spricht. Wir haben jetzt hier vor uns zwei Beispiele, wo zwei Menschen, die ganz gravierende gesundheitliche Probleme hatten, diese losgeworden sind. Nicht auf dem klassischen Weg. Wenn du die beiden Damen kurz vorstellst, was da die Schwierigkeit war und wie es dann weitergegangen ist.

ME: Beide Damen waren in einer sehr schwierigen Situation. Das eine war eine chronische Darmentzündung, das andere war eine Diagnose, die eigentlich unter Anführungszeichen ein Todesurteil war (Schleimhautmelanom; Anm. d. Red.). Und wir haben gemeinsam begonnen zu arbeiten, und da hat sich was entwickelt, wo beide jetzt gesund sind trotz Diagnosen, bei denen es laut Schulmedizin keine Heilung gibt. Bei beiden haben wir den körperlichen, den energetischen Weg gesehen – ganz wichtig –, aber auch den Weg, dass man sagt: „Hey, ich betrachte das Leben ein bisschen anders.“ Jeder Gedanke hat die Macht, eine Emotion auszulösen, das wissen wir ja. Emotion kann sein Liebe, Glück, Vertrauen, kann sein Eifersucht, Hass, Angst, Gier. Und das Interessante ist, wenn der Gedanke entsteht und die Emotionen auslöst, dass der Körper von denen (Emotionen, Anm. d. Red.) abhängig werden kann. Wie von Zigaretten oder von Alkohol und so weiter … Ja, und wenn der Gedanke jetzt nicht mehr kommt, dann dauert es eine gewisse Zeit, bis der Körper sich entwöhnt. Und das war meine Aufgabe, zu sagen: „Schau her, du musst nicht Angst haben, du kannst Vertrauen haben, du brauchst keine Eifersucht und so weiter.“ Und das hat beide Damen dorthin geführt, dass sie jetzt gesund sind.

 


 

MV: Eindrucksvoll, dass dieses Aufarbeiten von vorhandenen Problemen, das Wegräumen seelischer Schwierigkeiten, sich als ganz zentral erweist. Es hilft eben nichts, zu sagen „Lebenslang Cortison und dann ist gut“, mit all dem, was dann noch passiert – sondern du gehst an die Wurzeln.

ME: Wenn die Menschen mich lassen. Es geht nicht immer, das muss man auch sagen. Aber wenn das Vertrauen da ist, dann funktioniert das und das habe ich gesehen. Hier und da gelten die Sachen als Wunder – aber es gibt keine Wunder, es gibt nur zu wenig Erklärungsmodelle für das, was wir sehen können.

Wir sollten dem Leben vertrauen. Das Leben kann so viel – es ist ein wirkliches Wunderwerk. Medizin ist keine Wissenschaft, Medizin ist vielmehr eine Kunst.

 


 

MV: Und sie ist gerade im Bereich der Natursubstanzen eine langjährige Erfahrung vieler Völker, über viele Hunderte und Tausende von Jahren, und damit eigentlich ein unglaublicher Schatz der ganzen Menschheit.

ME: Genau. Du brauchst Antioxidantien, du brauchst Omega-3-Fettsäuren, dass die Rhythmen wieder zurückkommen. Das ist wirklich ein Schatz, der einfach da ist und nicht seit 150 Jahren erst erfunden ist. Das gibt es seit Tausenden von Jahren. Es heißt richtig zu atmen, es heißt sich richtig zu bewegen, es heißt das Leben leicht zu betrachten, und dann ist Medizin wirklich das, was sie sein soll.

 


 

MV: Du hattest einmal die Frage eines Weltbildes angesprochen, wie wir es entsprechend der Lehren von Darwin beigebracht bekommen haben: dass sich der Stärkere durchsetzt, dass das Modell Kooperation bei Patient und Arzt, das wünschenswert wäre und allen beiden hilft, in Wirklichkeit laut Darwin nicht stattfindet. Da wird nicht kooperiert, da wird der Schwächere ausgemerzt und der Stärkere siegt. Da gibt es Wissenschaftler, die ganz dicke Fragezeichen dahinter setzen …

ME: Absolut. Es gibt einen Professor in Amerika, aus Österreich kommend (Prof. Martin A. Nowak; Anm. d. Red.), der sagt: „Evolution kann nur auf Kooperation basieren, sonst geht es nicht.“ Und das wissen wir auch im Körper. Jede Zelle deines Körpers weiß von jeder Zelle Bescheid, es geht sonst nicht. Und vielleicht ein kleines Beispiel aus der Wirtschaft: Alle reden über Griechenland, über Spanien, über Italien. Ich bin der Meinung, gerade diese Länder, die jetzt aufzeigen: „Uns geht es schlecht“, die sollten die billigsten Kredite bekommen, wenn nicht Kredite bekommen ohne irgendwelche Zinssätze. Aber diesen Ländern jetzt aufzubürden, noch einmal sechs, acht Prozent zu zahlen, ist Unsinn. Das heißt, wir müssen auf der Welt, wenn wir fortbestehen wollen, kooperieren, sonst geht es nicht. Und eine Zelle im Körper, die nicht kooperiert, wird als Krebszelle bezeichnet. Krebszellen leben länger als gesunde Zellen und teilen sich langsamer – haben einen anderen Rhythmus. Sie kooperieren nicht mehr und das ist das Krebs-Geschwür auf der Welt, man kann von der Medizin ausgehend die Welt betrachten und kann sagen, biologische Systeme sind alle gleich, ob das eine Ameise ist, ob das eine Pflanze ist, ob das ein Mensch ist – alle funktionieren gleich. Sie alle funktionieren nach Rhythmen und wenn wir das wirklich im Herzen, nicht im Kopf, sondern im Herzen haben, dann könnten wir gesund werden.

 


 

MV: Wobei das, was wir bedauern und kritisieren, unter dem Stichwort Ellenbogengesellschaft, Rücksichtslosigkeit, Individualisierung …, sind Krankheitsbilder der modernen Gesellschaft, die genau auf dieser fehlenden Kooperation, dem fehlenden Miteinander fußen. Das krieg ich in den Schulen beigebracht. Wenn ich da nicht der Beste bin vom Abschluss her, habe ich nachher beruflich keine Chance und da muss ich dann alle anderen ausstechen. Das ist eigentlich das, wie wir konditioniert werden, da muss eine Gesellschafft nicht nur im Gesundheits- und Medizinbereich, sondern insgesamt umdenken.

Du hast ein Beispiel dieser Kooperation angesprochen, das man in der Natur fantastisch beobachten kann – die Ameise. Warum ist die so beispielhaft?

ME: Die Ameise ist ein sensationelles Beispiel für Kooperation. Wenn zum Beispiel jemand ein Ameisennest zerstört, da gibt es dann keine Schuldigen, sondern die versuchen sofort alles wieder aufzubauen, ja, sie tragen sofort ihre Larven weg. Es gibt Ameisen, die Weberameisen, die nehmen ihre Larven und bauen Nester damit. Die Larve kann nie zur wirklichen Ameise werden, wird aber bis zu ihrem Tod durchgefüttert. Es gibt keinen, der Kommandos gibt, der sagt: „Da gehst du hin, dort gehst du hin“ – die wissen von sich aus, wie etwas funktionieren kann. Kooperation … Und man sagt, sie sind die heimliche Weltmacht schlechthin. Insekten überhaupt, staatenbildende Insekten, Bienen – von denen könnten wir so viel lernen.

 


 

MV: Kommen wir zurück zu dem Thema Gesundheit. Wenn es beispielsweise in einer Familie Schwierigkeiten gibt: Wie wirkt sich das auf die Gesundheit aus? Gibt es hier Zoff und Unstimmigkeiten – sind das Dinge, die sofort durchschlagen, oder wie geht der menschliche Organismus mit einer fehlenden Kooperation um?

ME: Je jünger das Kind ist, desto mehr ist es in der Emotion der Eltern drinnen. Ich kenne Familien, die mit Muss die Ehe aufrechterhalten, dauernd gibt es Zoff, dauernd Streit, die Kinder sind permanent krank. Ich kenne Familien, wo die Eltern sagen: „Bitte, ich hab dich lieb, aber trennen wir uns“, und die Kinder sind gesund. Und die Kinder, je jünger sie sind, desto mehr sind sie in der Emotion der Eltern verhaftet und desto mehr fühlt sich das Kind schuldig. Wenn es einem Elternteil schlecht geht, glaubt das Kind selber, es ist schuld, und solche Sachen sind ganz einfach zu sagen. Und ich brauche mich nicht auf Gene ausreden. Nur 1,9 Prozent aller Krankheiten sind genetisch bedingt …

 


 

MV: Kommen wir zum Abschluss. Schulmedizin auf der einen Seite, Naturmedizin auf der anderen Seite. Was ist das Plädoyer aufgrund deiner Erfahrung?

ME: Wir brauchen beide Seiten. Wir brauchen die Schulmedizin, die sehr wichtig ist. Wir brauchen die Naturmedizin. Wir brauchen einen aufgeklärten Patienten, der sagt: „Ich weiß/ich entscheide mich freiwillig.“ Wenn ich jetzt hier umfalle, einen Herzinfarkt habe, bitte pendle mir nicht aus, welches homöopathische Mittel ich brauche, sag mir bitte auch nicht: „Willst du drüber reden – du musst nur loslassen“ – das ist Blödsinn. Dann möchte ich gerne akut richtig behandelt werden. Wenn ich aber – wie in meinem Fall bei Schuppenflechte, Cox-Arthrose – hier nicht Helfer gehabt hätte aus der Naturmedizin, dann wärs nicht so gut gegangen. Es gehört eine wirkliche Kooperation von allen Seiten her und dann geht es einen Schritt weiter. Und was ich noch einmal dringend sagen möchte, wir müssen in der Medizin neue physikalische Inhalte beachten. Wir leben nach einer Medizin, die ein Herr Newton, ein Herr Descartes und so weiter in der Physik entwickelt haben und das ist nicht mehr up to date. Und wenn wir uns das trauen – das ist ein großer Schritt –, dann wird sich die Medizin entwickeln. Und die Menschen mit ihr.

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